23. September 2020

«Die Atmosphäre mit den Gletschern und Bergen werde ich nie vergessen»

leadimage

In sieben Tagen haben die ti&m surfer Patrizio und Thomas mehr als 14'300 Höhenmeter auf dem Bernina Trek zurückgelegt. Die Mühen haben sich gelohnt, denn sie sammelten mehr als CHF 2'800 für den guten Zweck. Im Lessons Learned berichten sie über ihre schönsten Momente und was sie das nächste Mal anders machen würden.

Ihr seid jetzt 2 Wochen zurück in der Zivilisation und konntet die Erfahrungen etwas sacken lassen. Wie blickt Ihr auf das Abenteuer zurück?

Thomas Loser: Es war einfach eine geniale Erfahrung und ein Mega-Erlebnis. Aufgrund von starkem Regen haben wir den Start um einen Tag nach hinten geschoben, es ist aber doch alles super aufgegangen. Zum Glück ist das Wetter dann schnell besser geworden und es hat nicht nur geregnet, beziehungsweise geschneit. Die Reorganisation ging auch einigermassen glatt. Nur eine SAC-Hütte konnten wir nicht wie geplant besuchen. Wir haben dann halt eine Nacht mehr draussen übernachtet, was nicht weiter schlimm war. 

Patrizio Brantschen: Ich fand die Tour wirklich super. Wir hatten am Anfang etwas mit dem Wetter zu kämpfen, mit dem Regen und auch Schnee. Die Nächte waren auch etwas kalt. Aber je länger wir unterwegs waren, desto besser wurde es. Wir konnten atemberaubende Landschaften sehen und auch die gemeinsame Zeit mit Thomas war super toll.

Thomas: Rückblickend war es durch das wechselhafte Wetter auch viel spannender, da wir alle möglichen Witterungen erlebt haben. Viel schöner, als wenn wir jeden Tag nur blauen Himmel und perfektes Wetter gehabt hätten. Bei 15 Zentimetern Neuschnee den Berg hochklettern war schon ein Abenteuer. Zum Glück war das Wetter am Ende sehr viel schöner, als unsere Kräfte auch schon nachgelassen haben. Dies hat uns motiviert. 

Wer hatte jetzt die meisten Blasen von Euch?

Thomas: Diese Challenge habe ich gewonnen. Ich hatte doch 4 Blasen und Patrizio nur eine. Ich spüre sie auch noch etwas, aber so langsam wird es besser. Vielleicht muss ich meine Wanderschuhe noch etwas nachjustieren. 

 

Was würdet Ihr das nächste Mal anders machen?

Patrizio: Wir hätten uns früher auf ein Spendenprojekt festlegen sollen. Ursprünglich wollten wir einen Imker unterstützen, das hat dann aber doch nicht so wie geplant funktioniert. Daher sind wir eher spontan und erst auf den letzten Drücker auf die Flugschnaisa gestossen. 

Thomas: Ich würde mich mental anders auf die vermeintlich kurze Etappe am 4. Tag einstellen. Wir sind zu locker an den Tag heran gegangen. Zunächst haben wir lange gefrühstückt und dann sogar noch einen kleinen Abstecher zum Gletscher gemacht. Schliesslich zog sich die Etappe doch länger als erwartet. Dies hat mental sehr viel von uns verlangt, da wir uns auf einen easy Tag eingestellt hatten. Mental war es für mich der härteste Tag. Wir haben auch gleich die Lehren daraus gezogen und sind die folgenden Tage früh los, um früh am Ziel zu sein.

Patrizio: Dem kann ich nur zustimmen. Durch das frühe Losgehen hatten wir am Mittag schon den grössten Teil der Etappe hinter uns und konnten die Tour auch mehr geniessen. 

 

Auf der dritten Etappe habt ihr die vorgesehene Seilbahn ausgelassen und noch einen Extra-Weg gemacht. Anstelle von 9 Stunden wart ihr mehr als 11 Stunden unterwegs. Wie habt ihr das geschafft?

Thomas: Wir haben die Seilbahn bewusst ausgelassen, da wir keine Hilfsmittel nutzen wollten. Was wir nicht wussten war, dass in den vorgesehenen 9 Stunden Wanderung die Nutzung der Seilbahn eingerechnet war. Daher mussten wir eine beträchtliche Zeit anhängen. 

Patrizio: An diesem Tag sind wir zum Glück auch früh los und hatten wirklich viel Energie. Wir hätten auch noch weiter gehen können. An diesem Tag hat es mental einfach gestimmt.

Thomas: Wir hatten uns darauf eingestellt, den ganzen Tag durch zu wandern. Daher war es nicht so schlimm, ob wir nun 9 oder 11 Stunden am Stück wandern. 

Patrizio: Auf dem Teilstück hat uns auch die Aussicht auf die Gletscher belohnt. Dieses Stück war atemberaubend schön.

Ihr habt auch super Bilder gemacht.
 

Impressionen von der Wanderung

 

Thomas: Die Natur dort ist einfach schön und wild. Die Täler sind grösstenteils unbebaut.

 

Was war der schönste Moment für euch?

Patrizio: Für mich war es der Morgen nach der Monster-Etappe. Über Nacht hatten wir 15 Zentimeter Neuschnee. Wir mussten in der Nacht sogar einmal das Zelt vom Schnee befreien. Als wir dann am Morgen das Zelt aufmachten, kam gerade die Sonne durch den Nebel hindurch. Die Atmosphäre mit den Gletschern und Bergen im Hintergrund werde ich nie vergessen. Bei dieser Aussicht haben wir dann noch Eier und Speck zum Frühstück gemacht, das war wirklich genial.

 

Thomas: Schwierig, wir hatten so viele grossartige Momente. 2 Tage später haben wir eine Lichtung gefunden und dort campiert. Es war die erste Nacht mit einem klaren Sternenhimmel und wir haben viele Sternschnuppen gesehen. Hinzu kamen die hellen Berge, durch den vielen Neuschnee. Gleichzeig war der Abend ziemlich lau.

Auch den Jass-Abend in der Bovalhütte werde ich so schnell nicht vergessen. Bei dieser Etappe waren wir einiges früher im Ziel als gedacht. Daher konnten wir in der Sonne Jass spielen und uns stärken.

Was würdet Ihr mir raten, wenn ich auch die Tour machen will?

Thomas: Auf keinen Fall zu viel mitnehmen. Wir haben alles was wir mithatten mindestens einmal benutzt. Das ist schon ein gutes Gefühl zu wissen, nichts umsonst getragen zu haben. 

Patrizio: Du solltest auch eine Vorbereitungstour machen, um es gewohnt zu sein, einmal mehrere Tage am Stück zu wandern. Es ist schon recht eine Umstellung, im Vergleich zum Rumsitzen im Büro. Auch ist es wichtig, die Schuhe gut einzulaufen. 

 

Habt Ihr schon eine Idee für eine nächste gemeinsame Wanderung? 

Thomas: Noch nicht konkret. Als wir uns für den Bernina-Trek entschieden, haben wir uns auch noch die Tour von Chamonix nach Zermatt angeschaut. Dies wären 15 Tage am Stück. Es könnte Mal ein Projekt werden.

Patrizio: Dieses Jahr wird es bestimmt nichts mehr. Lacht

 

Ihr habt über 2800 Franken für Flugschneisa gesammelt. Seid Ihr zufrieden mit dem Spendenbetrag?

Thomas: Wir haben uns vorher keine genauen Vorstellungen gemacht. Wir sind mega happy über das Spendenergebnis. Am Anfang war es etwas harzig, aber später sind dann immer mehr Spenden reingekommen, was super cool war. Unser grosser Dank an dieser Stelle allen Surfern die gespendet haben. 


Christoph Grau
Christoph Grau

Christoph Grau ist seit September 2018 bei ti&m tätig und verantwortet die Medienarbeit. Davor arbeitete er mehr als vier Jahre als Redaktor und später als stellvertretender Chefredaktor bei einem grossen Schweizer IT-Fachmagazin. Er studierte Chinawissenschaften und Geschichte an der Freien Universität Berlin.

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