16. April 2020

Die virtuelle Versichertenkarte – Eine Innovation aus der ti&m garage

Virtuelle Versichertenkarte Leadimage

Alles wird digital, aber immer noch ist der Geldbeutel voll mit Check-Karten jeglicher Couleur. Mit der virtuellen Versichertenkarte haben SASIS, KPT und ti&m hier eine innovative Alternative lanciert. Dominik Baumgartner, Leiter Abteilung VeKa-Center bei SASIS, gibt einen Einblick in die Vorteile und wie die Lösung aus der ti&m garage entstand.

Wie viele Karten hat jeder in seinem Geldbeutel? Leicht sind es mehr als zehn: Geldkarte, Kreditkarte, ID, Fahrausweis, Coop-/Cumulus-Karte, Halbtax und zuletzt auch noch die persönliche Versichertenkarte und die von den Kindern. Hinzu kommen dann noch diverse andere Coupon-, Kunden- und Rabattkarten. Bei vielen Personen sind die Fächer im Geldbeutel für die Plastikkarten zumindest doppelt, wenn nicht sogar dreifach belegt. Aber ausser der Bankkarten braucht man die wenigsten wohl regelmässig. 

Daher ist es verständlich, dass Kunden sich nach digitalen Lösungen sehnen und diese gibt es auch schon. Das Halbtax ist in der SBB-App hinterlegt, Coop- und Cumulus-Karte sind digital in der App des jeweiligen Detailhändlers zu finden. Auch die ID könnte vielleicht bald durch eine digitale Lösung ersetzt werden. Und jetzt gibt es auch eine digitale Lösung für die Versichertenkarte, die ti&m zusammen mit SASIS entwickelt hat – die virtuelle Versichertenkarte VICARD. Zusammen mit der Versicherung KPT ist diese Lösung seit März 2020 live.

Nicht nur einfach ein Foto der Karte

Anders als bei bisherigen Lösungen ist die virtuelle Versichertenkarte nicht nur einfach als Foto in der App hinterlegt, sie kann viel mehr. So können Daten direkt an den Leistungserbringer übermittelt werden. Zudem ist die Lösung direkt an das Öko-System von SASIS angeschlossen, womit bereits jetzt schon Services wie das Vorabend-Check-in genutzt werden können. Weitere Services wie die Verknüpfung von Notfalldaten, Patientenverfügungen, Organspendeausweisen und anderen relevanten Daten sind in Planung. 

Mit der virtuellen Versichertenkarte reagiert SASIS auf das steigende Bedürfnis der vor allem jungen Generation nach mehr Digitalität. Sie möchten möglichst viel auf dem Smartphone machen und sehen es nicht ein, einen Geldbeutel voller Karten täglich mit sich herumzutragen. Gerade dann, wenn man eine Karte braucht, ist sie zumeist auch nicht bei der Hand, ganz im Gegensatz zum Smartphone.

 

Nutzen ohne Mehraufwand

Für die Leistungserbringer bedeutet die virtuelle Versichertenkarte zumeist kein Mehraufwand. Ein Arzt benötigt nur die Abfragelösung von SASIS, welche als Web-Applikation oder als Webservice zur Verfügung gestellt wird. Die meisten Leistungserbringer haben dies bereits, um die physischen Karten abzufragen. Eine zusätzliche Infrastruktur ist nicht nötig. 

Dafür kann er jetzt die Anmeldung papierlos und schnell vornehmen, was die Effizienz steigert und die Kosten senkt. Zudem ist damit die Grundlage für weitere medizinische Prozesse gelegt, wie etwa die Online-Terminvereinbarung oder das Ausfüllen von digitalen Formularen.

 

Innovationen aus der ti&m garage

Die Entscheidung von SASIS, die Versichertenkarte zu digitalisieren fiel schon 2018. SASIS wollte damit eine innovative Lösung für das gesamte Gesundheitswesen schaffen, welches das gesamte Ökosystem aus Versicherungen, Leistungserbringer und Versicherten erfasst. ti&m war für SASIS die erste Wahl für die Umsetzung des Projekts. Denn bereits beim Projekt SHIP lief die Zusammenarbeit sehr gut, wie Dominik Baumgartner, Leiter Abteilung VeKa-Center bei SASIS, im Gespräch sagte.

In einem ersten Schritt ging SASIS in die ti&m garage, den Innovationsraum von ti&m. Zusammen entwickelten wir dort mit SASIS von April bis Herbst 2018 einen ersten Prototyp. Die Hauptherausforderung bei Beginn war es, den Scope einzuschränken. «In einer ersten Phase haben wir uns daher auf die reine Virtualisierung der Versichertenkarte fokussiert, das war im Nachhinein auch die richtige Entscheidung», sagt Baumgartner. 

Nach der Entwicklung des ersten Prototyps mussten dann auch noch rechtliche und datenschutzrechtliche Fragen geklärt werden. Hierfür zog SASIS eine Anwaltskanzlei hinzu, welche in einem Gutachten diese Punkte klären konnte. Im nächsten Schritt fand SASIS dann mit der Versicherung KPT einen Partner, um die Lösung im Markt zu lancieren. Seit März 2020 ist die Lösung produktiv im Einsatz und hat in der Branche schon grosse Wogen geschlagen, wie Baumgartner betont: «Wir haben ein tolles, innovatives Produkt geschaffen, welches von allen Seiten gelobt wird. Die Rückmeldung des Marktes zeigt mir, dass wir da wirklich vieles richtig gemacht haben und dass wir eine Lösung mit grossem Nutzen geschaffen haben.»

Für die Zusammenarbeit mit ti&m findet Baumgartner nur lobende Worte: «Wir hatten ein tolles Projektteam und eine sehr respektvolle, befruchtende und humorvolle Zusammenarbeit. Dieser Spirit wiederspiegelt sich im Endprodukt.» Er freut sich auf die nächsten Ausbauschritte der virtuellen Versichertenkarte. In Zukunft wird diese innovative Lösung das wahre Potenzial mit neuen Services erst entfalten, ist Baumgartner überzeugt.


Christoph Grau
Christoph Grau

Christoph Grau ist seit September 2018 bei ti&m tätig und verantwortet die Medienarbeit. Davor arbeitete er mehr als vier Jahre als Redaktor und später als stellvertretender Chefredaktor bei einem grossen Schweizer IT-Fachmagazin. Er studierte Chinawissenschaften und Geschichte an der Freien Universität Berlin.

Dominik  Baumgartner
Dominik Baumgartner

Dominik Baumgartner ist Leiter Veka-Center und Mitglied der Geschäftsleitung der SASIS AG. In dieser Fuktion verantwortet er unter anderem die Einführung der virtuellen Versichertenkarte.