24. Oktober 2019

«Ich möchte keine Erfahrung der Reise missen»

Andrea und Julio bei der Mongol Rally.

Andrea Magazzini und Julio Naya sind nach der Mongol Rally wieder heil in Zürich angekommen. Nach den ersten Wochen konnten sie die vielen Eindrücke und Erfahrungen etwas verarbeiten. Im Gespräch blicken sie auf die Rally zurück und berichten über die prägendsten Ereignisse.

Ihr seid in den zwei Monaten der Rally durch dick und dünn gegangen. Wie hat sich eure Freundschaft entwickelt?

Julio: Sie ist eigentlich gleichgeblieben. Es ist schon normal, dass man sich irgendwann auf die Nerven geht, gerade wenn man den ganzen Tag im Auto zusammensitzt. Aber das sind nur kurze Phasen.

 

Ihr hattet jetzt etwas Zeit, die vielen Erfahrungen zu verarbeiten. Wie fühlt ihr euch?

Andrea: Es fühlt sich sehr gut an, die zwei Monate Reise gemeistert zu haben. Wir haben so viele und unterschiedliche Länder gesehen. Jetzt wieder zurück zu sein, ist schon etwas wie ein Kulturschock für mich. Es fühlt sich auch komisch an, wieder fest an einem Ort zu sein. 

Julio: Ich vermisse die Rally schon etwas. Auch wenn man sich auf der Rally selber schon manchmal das eigene Bett zurückwünscht. Die Rally hat schon eine deutlich grössere Intensität als das Leben hier. Wir haben so viele interessante Leute kennengelernt. Solche die uns einfach spontan halfen oder einfach nur Freude an unserem Abenteuer hatten. 

 

Habt Ihr euch schon wieder an den alten Arbeitsrhythmus gewöhnt?

Andrea: Es war schon etwas schwierig, aber doch nicht all zu sehr. Da wir bei ti&m agil arbeiten, ist kein Arbeitstag gleich und man weiss nie, wie der Tag endet. Das sind schon Ähnlichkeiten zu der Rally. Hätten wir jetzt einen sehr starren und durchgetakteten Job, wäre der Bruch schon deutlich grösser.

Julio: Die erste Woche war schon hart. Vor allem der Rhythmus wieder 8.4 Stunden am Stück zu arbeiten. Aber es war auch nicht anders, als wenn ich sonst einen längeren Urlaub gemacht habe. Ich habe nach meiner Rückkehr auch einige neue spannende Aufgaben bekommen. Das hat mir den Wiedereinstieg etwas erleichtert.

«Wir haben uns in den zwei Monaten viel verändert.»

Fallen euch Veränderungen bei ti&m in den letzten zwei Monaten auf?

Julio: Wir haben jetzt ganz viele neue Büros und Konferenzräume, die sind wirklich super. Auch gibt es ein paar neue Mitarbeiter. Sonst hat sich aber nicht viel verändert. 

Andrea: Es hat sich nicht viel verändert in den zwei Monaten. Wir haben uns in den zwei Monaten viel mehr verändert.

 

Was hat euch in den zwei Monaten auf der Reise am meisten beeindruckt und wird euch noch länger im Gedächtnis bleiben?

Andrea: Am meisten beeindruckt haben mich Dinge, die wir vorher nicht bedacht haben oder die wir nicht kannten. Vor allem Grenzen muss ich nennen. Hier in Europa sind wir Grenzen nicht mehr gewohnt, wir fahren einfach von einem Land ins andere. Auf der Rally haben wir teilweise Stunden gebraucht, um eine Grenze zu passieren. In die Mongolei hat es sogar einen halben Tag gedauert. Auch haben wir die Freiheit zu schätzen gelernt, die wir hier im Vergleich zu anderen Ländern haben. Vor allem in Turkmenistan ist die Freiheit schwierig, oder im Iran müssen alle Frauen den Hijab tragen.

Julio: Für mich war die Gastfreundschaft der Menschen sehr eindrücklich. Auch die Grosszügigkeit ist ganz anders als hier. Sogar Leute, die nicht viel haben, wollten uns ein Abendessen zahlen oder sonst unterstützen. Da konnte man nicht einfach nein sagen. 

 

Auf welche Erfahrung hättet ihr rückblickend gerne verzichtet?

Julio: Auf die Pannen hätte ich gerne verzichtet (lacht). Vielleicht hätten wir zu Beginn etwas schneller fahren sollen. Wir haben nicht damit gerechnet, dass wir eine ganze Woche in Samarkand steckenbleiben. Wir hatten zwar einen Plan mit etwas Marge, aber wir haben sie viel zu schnell aufgebraucht. Daher mussten wir am Ende einige Sachen weglassen, wie etwa die Wüste Gobi oder den Pamir-Pass.

Andrea: Es gab eigentlich keine schlechten Erfahrungen, denn jede Erfahrung ist wertvoll. Auch mit Pannen konnte man rechnen und am Ende haben sie auch ein bisschen Spass gemacht. Vor allem auch die vielen Menschen, die uns geholfen haben, bleiben für mich unvergesslich.

«Es gab eigentlich keine schlechten Erfahrungen, denn jede Erfahrung ist wertvoll.»

Hattet ihr keine schlechten Erfahrungen mit der Polizei?

Andrea: Das war eigentlich einfacher, als wir gedacht haben. Die Polizisten waren ganz easy.

Julio: Viel mehr Probleme mit der Polizei hatten meiner Ansicht nach die Leute aus den Common-Wealth-Staaten. Sie haben nicht sehr clever mit der Polizei interagiert. Wenn die Polizei einen anhält, dann muss man sie wie einen König behandeln. Dann ist man auch schnell mit ihnen fertig. Daher hatten wir auch keine Probleme. Wir wurden auch nur einmal angehalten, weil ich angeblich zu schnell gefahren bin. Ich war vielleicht zu schnell, aber nicht so schnell wie behauptet. Sie wollten vermutlich nur etwas Geld haben. Wir fanden schliesslich eine nicht-finanzielle Lösung und überzeugten sie, uns gehen zu lassen.

 

Wie konnte ti&m euch auf der Reise helfen?

Julio: Auf der persönlichen Ebene fand ich es sehr gut, dass unser CEO uns regelmässig geschrieben hat. Er wollte wissen, wie es uns geht und wie er uns supporten kann. Dieser persönliche Touch war sehr wertvoll. Ausserdem bekamen wir noch technischen Support mit einem VPN aus der Schweiz. Und natürlich das Sponsoring der ganzen Tour, das uns diese verrückte Idee erst ermöglicht hat.

 

Wie waren die Reaktionen auf euer Auto?

Andrea: Die Reaktionen waren eigentlich alle positiv. Wenn wir das Auto irgendwo abgestellt hatten und nach einer Zeit wiederkamen, waren immer gleich einige Leute dort, um das Auto zu bestaunen. Die Leute haben auch gerne auf dem Auto unterschrieben und gemalt. 

Julio: Auch viele der anderen Rally-Teilnehmer kannten das Auto schon, bevor sie uns kennenlernten. Es sticht schon aus der Masse hervor. 

 

Nachdem ihr die Rally gemeistert habt, welche weitern verrückten Ideen schweben euch im Kopf herum?

Julio: Ich habe jetzt schon einen Road-Trip mit ein paar Freunden in meiner Heimat in Argentinien organisiert. Es ist aber nicht vergleichbar. Sonst haben wir ein paar Ideen, aber noch nichts Konkretes.

Andrea: Erst einmal nicht. Ich habe auch nicht mehr viele Ferientage übrig. Aber mal schauen, was sich noch ergibt. Vielleicht mache ich auch etwas, das nicht ganz so schnell ist wie ein Auto, vielleicht mit einem Velo oder so.


Christoph Grau
Christoph Grau

Christoph Grau ist seit September 2018 bei ti&m tätig und verantwortet die Medienarbeit. Davor arbeitete er mehr als vier Jahre als Redaktor und später als stellvertretender Chefredaktor bei einem grossen Schweizer IT-Fachmagazin. Er studierte Chinawissenschaften und Geschichte an der Freien Universität Berlin.

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