06. Juli 2020

Traue keinem, der nicht innovieren kann

Thomas Blog

Vor 15 Jahren hat ti&m das Licht der Welt erblickt. Im Editorial verrät Thomas Wüst, CEO und Firmengründer von ti&m, unser Erfolgsgeheimnis.

Als ich vor 15 Jahren ti&m gegründet habe, hatte ich eigentlich nur einen, wenn Sie so wollen, strategischen Gedanken: Alles, nur nicht langweilig sein! Für einen passionierten Software-Engineer, als den ich mich immer noch verstehe, ist «nicht langweilig» dann schnell definiert: Innovative Lösungen in kurzer Zeit zu entwickeln, die von den Kunden gerne benutzt werden, weil sie echten Nutzen bringen. Vor 15 Jahren galt das eher für eine Minderheit der Lösungen, die ich kannte, und auch heute ist da noch reichlich Luft nach oben zu beobachten.

Aber ich hatte die Erfahrung gemacht, dass die besten Lösungen entstehen, wenn ein Team von motivierten Leuten mit unterschiedlichen Fähigkeiten für ein gemeinsames Ziel «brennt». Dann herrscht eine dichte Atmosphäre, es wird intensiv diskutiert, konzentriert programmiert, man tauscht sich informell aus und tut, was immer notwendig ist, um ein tolles Endergebnis zu erzielen. Diese Atmosphäre wollte ich dauerhaft in meiner Firma etablieren, konsequent und ohne Kompromisse. Und so entwickelten sich die folgenden strategischen Eckpfeiler, nach denen wir heute und in Zukunft unser Geschäft ausrichten und auf denen jede unserer unternehmerischen Entscheidungen basiert.

Ganzheitlich und am Kundenbedürfnis ausgerichtet – multidis-ziplinäre und vor Ort verfügbare Teams entwickeln unsere Lösun-gen gemeinsam mit dem Kunden in iterativ­inkrementellen Zyklen.

Authentisch und engagiert – langfristige und vertrauensvolle  Beziehungen zu unseren Kunden basieren auf der Arbeit und dem Engagement exzellenter Berater und Engineers, die sich mit unternehmerischem Mut und der Bereitschaft zu ständigem Lernen den Herausforderungen der Digitalisierung stellen.

Agilität und Innovationsfähigkeit – die Antwort auf die Dynamik des Marktes ist die Entwicklung von Fähigkeiten, dieser Dynamik zu begegnen und sie als Chance zu nutzen. Agiles Arbeiten ohne hemmende Hierarchien, kreative Freiräume und ein unverstellter Blick frei von Konventionen sind die Faktoren für echte Innovation.

Auf dieser Basis kombiniert unsere ti&m garage kreative Design Thinking Workshops mit der Fähigkeit, lauffähige Software zu entwickeln. Unsere ti&m academy zielt darauf ab, unsere Berater und Engineers in einen ständigen Lern­ und Lehrprozess einzu-binden, der sie sowohl in der fachlichen als auch der persönlichen Entwicklung unterstützt.
Initiativen wie unsere Jugendförderung «hack an app» oder unser jährliches Kunstprojekt «art@work» lassen uns soziale  Verantwortung und kreative Grenzerweiterungen im täglichen  Arbeitsumfeld erleben und ausleben. Und, last but not least, die  flexible Balance zwischen Privatem und Beruflichem, wie sie unser Arbeitszeitkonzept «Liquid Working» ermöglicht, bietet unseren Mitarbeitern eine langfristige und nachhaltige Perspektive in  unserer Firma.
Um auch als Unternehmer diese nicht auf unmittelbaren kommer-ziellen Erfolg ausgerichteten Aktivitäten initiieren und kompro-misslos umsetzen zu können, braucht es vor allem eines – Unabhängigkeit! Nur eine Entscheidungsfindung abseits exter­ ner, meist von kurzfristigen Zielen geprägter Wünsche von  Investoren gab uns als ti&m beispielsweise die Freiheit, an den Erfolg unserer Produkte zu glauben und nach einer heraus-fordernden Entwicklungs­ und Lernphase heute mit dem ti&m  e­banking die modernste Banking­Lösung überhaupt am Markt zu haben, basierend auf unserer ti&m channel suite, der Plattform, in die unsere gesamte Kompetenz in der Gestaltung der digitalen Kundenbeziehung geflossen ist.

Diese Unabhänigigkeit und finanzielle Stabilität hat uns auch geholfen die ökonomischen und emotionalen Schockwellen, die Covid-19 weltweit ausgelöst hat, sinnvoll zu bewältigen und uns als Unternehmen auch 2020 stabil und nachhaltig weiter zu  entwickeln. Mir hat diese Notsituation als Unternehmer einiges abverlangt und das wird wohl auch noch einige Zeit so weiter­gehen. Aber ich bin auch zutiefst beeindruckt von der umfas-senden Solidarität, die uns hilft, diese Notsituation zu meistern. Solidarität unserer Kunden zu uns als Partner und umgekehrt, Solidarität der jüngeren Bürger mit den gefährdeten Älteren,  Solidarität von Mitarbeitern zu ihrem Unternehmen – Solidari-tät auf allen Ebenen. Für mich war das eine ganz starke Erfah-rung, eine die Mut macht und die mir das Vertrauen gibt, dass wir auch weitere Krisen meistern werden.

Wobei ich nicht sage, dass ich weitere Krisen haben möchte, ich freue mich auf eine Rück-kehr zur Normalität, vermisse wie alle die menschliche Nähe, ich freue mich darauf, dass wir uns wieder nicht ganz so essentiellen  Fragen zuwenden können, z. B. der nachhaltigen Digitalisierung der Gesellschaft. Mehr denn je kommt es dabei auf die Innova-tionskraft der Schweizer Wirtschaft an. Ich bleibe daher meinem Motto treu: «Traue keinem, der nicht innovieren kann».

Auf Basis einer nachhaltigen Zukunfts­ und Eignerstrategie wird ti&m auch weiterhin den Namen zum Programm machen – tech-nologiegetrieben Innovation zu managen, in Zusammenarbeit mit unseren Kunden, die uns ihr Vertrauen schenken, mit unseren Mit-arbeitern, die täglich unsere Werte leben, und in der Schweiz, die bei aller Internationalität stets unsere Heimat und Wertebasis sein wird.

In diesem Sinne, bleiben Sie gesund!


Thomas Wüst
Thomas Wüst

Thomas Wüst hat Informatik an der ETH in Zürich studiert und ist seit über 30 Jahren in den Bereichen IT-Consulting und Software Engineering tätig. Anfang 2005 gründete er die ti&m AG und leitet seither das Unternehmen als CEO und Hauptaktionär. Ausserdem ist er Präsident des Verwaltungsrates der ti&m.