03. August 2020

Warum für Helsana die Zukunft in der Cloud liegt

Helsana

Cloud // Seit über fünf Jahren hat Helsana eine «Cloud-First-Strategie» implementiert, um die Vorteile der Cloud voll nutzen zu können. Ein erstes grosses Beispiel für die Umsetzung war die Helsana+ App, die eine völlig neue Cloud-Native-Architektur bekam. Damit ist die App nun für die Herausforderungen der Zukunft gesichert. Um dabei auch die Kontrolle über die Kosten zu behalten, gibt es jedoch einiges zu beachten.

Kein Unternehmen kommt an der Cloud vorbei, seit Jahren ist sie omnipräsent. Auch Helsana hat sich bei der Evaluation eines neuen CRM-Systems vor fünf Jahren nicht nur mit klassischen On-Premises-Lösungen auseinandergesetzt, sondern auch mit der Cloud-Lösung Microsoft Dynamics 365. Wir haben uns damals für die Cloud-Lösung entschieden. Rückblickend bestätigt sich, dass wir schon früh auf eine zukunftssichere Technologie gesetzt haben. Der Weg war nicht immer einfach. Nebst der regulatorischen Herausforderung mit dem Datenschutz, mussten auch technische Hürden genommen werden. Dennoch waren wir überzeugt, dass die Zukunft in der Cloud liegt, und begannen schnell, die Chancen und das enorme Potential zu sehen.

«Helsana lebt eine Cloud-First-Strategie.»   

Cloud-First-Strategie Cloud, Multi-Cloud, IaaS, PaaS, SaaS u. v. m.: Täglich kamen neue Begriffe und Lösungen hervor, welche Innovationssprünge und Kostenersparnisse in zweistelligen Prozentbereichen versprechen. Doch wie gehen wir als Helsana damit um? Damit kein Wildwuchs an Cloud-Lösungen entsteht, haben wir uns als Unternehmen langfristig eine Cloud-Strategie erarbeitet. In dieser haben wir auch Massnahmen definiert, welche uns bei der Erreichung der sogenannten Cloud Readiness unterstützen sollen. Bei Helsana verfolgen wir die Strategie «Cloud First», wenn eine Applikation über eine Cloud-Variante verfügt und es die Regularien erlauben. In der Strategie wurden auch neue Rollen, wie etwa die des Cloud-Architekten, geschaffen. Diese braucht es, um Cloud- Lösungen entwickeln und betreiben zu können. 

Wie verändert sich die Organisation mit der Cloud Bei Cloud-

Lösungen geht es nicht darum, einfach eine neue Programmiersprache zu erlernen. Diese sind nach wie vor die gleichen. Vielmehr kommen ganz neue Architekturüberlegungen zum Zuge. Beispielsweise kann ein bestehendes Netzwerk-Zonenmodell, das für On-Premises-Lösungen designt wurde, nicht 1:1 auf eine Cloud-Lösung umgesetzt werden. Um von Beginn an möglichst die richtigen Schritte zu machen, haben wir bei der Helsana sehr früh das Shared Cloud Services Team und später das Cloud Center of Excellence aufgebaut. Zusammen mit den Richtlinien unserer Cloud-Strategie waren die Teams in der Lage, Herausforderungen wie z. B. die Integration von Cloud-Lösungen in die bestehende Applikationslandschaft frühzeitig anzugehen. Dank unserer klaren Cloud-Vision ist es uns gelungen, hochmotivierte und talentierte Kolleginnen und Kollegen zu rekrutieren, die unsere Vision der Cloud-First-Strategie teilen und leben. Dieser Schritt war entscheidend für den erfolgreichen Aufbau der Cloud-Lösung. 

Back-end von Helsana+ zügelt in die Cloud 

Unsere Bonus- und Gesundheits-App Helsana+ wurde vor drei Jahren als On-Premises-Lösung entwickelt und erfreut sich bei unseren Kunden grosser Beliebtheit. Das alte Back-end erwies sich für den Nutzeransturm als suboptimal und die Skalierungsmöglichkeiten waren begrenzt. Mit Blick auf ein langfristig bleibendes Kundenerlebnis haben wir uns für ein neues Back-end entschieden. Gestützt auf unsere Cloud-Strategie sollte dies auch in der Azure Cloud entwickelt werden. Wir wollten die On-Premises-Lösung nicht einfach nur in die Cloud migrieren. Wir entschieden uns daher für eine Native- Cloud-Applikation, welche zu einer erhöhten Stabilität und Skalierbarkeit führt. Gemeinsam mit unserem Partner ti&m haben wir 2019 begonnen, das Native Cloud Back-end für Helsana+ zu entwickeln. Wir konnten das Produkt Anfang dieses Jahres in Betrieb nehmen. Ein Back-end in dieser Grösse in der Cloud als PaaS-Lösung zu entwickeln, war auch für uns eine neue Dimension. Während der Entwicklung hat sich die Architektur und auch das Ausmass der Lösung mehrmals geändert. Fragen, wie welche Komponenten aus dem Azure-Katalog am meisten Sinn machen, haben wir während der Entwicklung beantwortet. 

«Warum müssen wir das wieder ändern?»

Was macht bloss die IT

Manchmal muss man einen Schritt zurückgehen, um hernach zwei weiter zu kommen. Dank unserer agilen Entwicklungsmethodik konnten wir die Lösungen regelmässig reviewen und bei Bedarf die Architektur oder Komponenten anpassen. Für die Projektleitung und Auftraggeber waren diese Änderungen nicht immer nachvollziehbar. Die Frage: «Warum müssen wir das wieder anpassen?» musste mehr als nur einmal beantwortet werden. Im Nachhinein bestätigt das fertige Produkt aber, dass diese Schritte zurück notwendig waren. Heute ist das Back-end von Helsana+ ein modernes, zeitgemässes System, das unseren Kunden wie auch uns viele Jahre Freude bereiten wird. 

Cloud als DevOps-Beschleuniger

Im Back-end von Helsana+ werden viele Komponenten aus dem Azure-Katalog eingesetzt. Alle diese Komponenten wurden vom Projektteam selbst aufgebaut und hauptsächlich von einem Produkteteam weiterentwickelt und betrieben. Mit Ansätzen, wie DevOps, haben wir uns bei Helsana auch bei On-Premises-Lösungen auseinandergesetzt. Cloud-Lösungen vereinfachen die Ansätze um ein Vielfaches. Entwickler können ganze Umgebungen selbst aufbauen, ohne grosse Abhängigkeiten zu anderen Bereichen aufzubauen. Zudem können sie sich auf das Entwickeln konzentrieren und müssen selbst keine Infrastruktur mehr warten.

Was kostet die Cloud?

Dass man mit einer Cloud-Lösung Kosten spart, wird in jeder Diskussion argumentiert. Jedoch ist die Wahrheit komplexer. Das heisst nicht, dass man keine Kosten sparen kann. Jedoch sind heute die Preismodelle sehr komplex. Zu Beginn benötigt man sehr viel Aufwand, bis man das Pricing versteht. Hinzu kommt, dass teilweise pro Komponente mehrere Preismodelle zur Verfügung stehen. Dies führt dazu, dass die effektiven Kosten erst richtig eingeschätzt werden können, wenn das Produkt schon läuft. Dann beginnt die Zeit des Optimierens bzw. Umkonfigurierens, bis die Lösung effizient ist. Hersteller wie Microsoft bieten verschiedene Hilfsmittel über Azure Cost Management, die ihre Kunden bei der Kostenstruktur unterstützen. Gleichzeitig werden auch Optimierungsvorschläge unterbreitet. Zusammen mit unserem Lizenzmanagement haben wir Routinen zur Überwachung der Kosten eingerichtet. Ausserdem wurden die Auslastungen täglich überwacht und wenn möglich runter skaliert. Heute kostet uns die Lösung etwa 70 Prozent weniger als beim Go-live. 

Heute und die Zukunft 

Aus Kostengründen auf eine Cloud-Lösung zu wechseln, ist ein legitimer Grund. Jedoch liegt der grösste Vorteil von Cloud-Lösungen in ihrem Potential. Der Azure Marketplace bietet beispielsweise schon sehr viele fertige Komponenten, die in die eigenen Lösungen integriert werden können und als wahre Innovationsbeschleuniger dienen können.

«Die Helsana verfolgt das Ziel, durch die Cloud effizienter Lösungen für unsere Kunden auf den Markt zu bringen.»

Seit dem Go-live finden wir täglich neue Wege, wie wir Helsana+ weiterentwickeln können. Wir glauben, dass die Möglichkeiten – speziell im Bereich der künstlichen Intelligenz – noch rapide zunehmen werden. Das bedingt, dass die Mitarbeitenden immer auf dem neusten Wissensstand sind. Dergestalt wird ein nie dagewesenes Kundenerlebnis mit einem kurzen Time-to-Market geschaffen. Helsana hat das Potential der Cloud schon sehr früh erkannt. Wir sind bestrebt, die Applikationslandschaften und Organisationen stetig weiter auszubauen. Durch das grosse Knowhow unserer Kolleginnen und Kollegen blicken wir selbstbewusst in eine erfolgreiche Zukunft.


Arben  Nuhija
Arben Nuhija

Arben Nuhija studierte Business Information Technology an der Hochschule für Wirtschaft Zürich. Bei der Helsana ist er seit mehr als 12 Jahren tätig und stieg dort vom Applikationsentwickler zum Leiter der Gesundheitsplattform auf. Dabei verantwortet er massgeblich die Entwicklung der Helsana+ App.