28. März 2017

Wie sich mit APIs Geschäftsmodelle verändern

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IT-Systeme vernetzen sich immer stärker. Application Programming Interfaces, kurz APIs, sind Anwendungsprogrammierschnittstellen zwischen IT-Systemen und werden daher 2017 stark an Bedeutung gewinnen. Ihre erfolgreiche Anwendung erfordert die Zusammenarbeit von Business, IT-Entwicklung und IT-Betriebsmitarbeitern in kleinen, interdisziplinären Teams von 6-8 Personen.

APIs und Exponentielle Organisationen (ExO)

So wie die Telefonkabinen von Matt Brown einen inversen Dominoeffekt zeigen, werden sich mit APIs bestehende Geschäftsmodelle ähnlich ungewohnt verhalten.

APIs versprechen Plattformen mit exponentiellem Wachstum (ExO) zu unterstützen, fünf von zehn Kernfähigkeiten einer ExO hängen mit API zusammen.

  • Interfaces: Geschäftsfunktionalität als API exponieren.
  • Experimentation: Die API als aktive Doku mit Swagger (von REST, JSON oder XML Definitionen) erlaubt potentiellen Nutzern schnell, das API mit Experimenten zu erlernen und zu nutzen.
  • Autonomy: Befähigte und autonome Teams, die ein Geschäftsziel selbständig erreichen können, nutzen die API, welche ihre Ziele unterstützt.
  • Crowdsourcing: APIs unterstützen Crowds.
  • Leveraged Assets: Assets werden über APIs exponiert und monetarisiert.

Damit eine API erfolgreich ist, muss unter anderem auf die Developer Experience (DX) geachtet werden. Künftig werden die Anwendungsprogrammierschnittstellen vermehrt von selbständigen, durchmischten Teams konsumiert statt von Entwicklern, die in einem übergeordneten Prozess nach einer aufwändigen Evaluation und einem Businessplan die Vorgabe erhalten das API zu nutzen. Solche Teams haben eine freie Wahl der Mittel, um ein Geschäftsziel zu erreichen.

Eine Analogie mit der Customer Experience (CX), wobei sich Firmen exponentiell entwickelt haben weil sie auf die Benutzerfreundlichkeit und Design setzen, könnte sich in den nächsten Jahren mit den API wiederholen.

Bildquelle: Matt Brown

Avaloq Software Marktplatz mit Anbietern wie Edorasware und ti&m

Avaloq öffnet sich mit dem Developer Portal diesem Trend. Edorasware und ti&m sind dabei unter den ersten Partnern, die sich mit ihren Produkten beim Avaloq Software Marktplatz positioniert haben. Ziel dieses Marktplatzes ist, den 150 Avaloq Kunden ein Ökosystem für Erweiterungen ihrer Lösungen anzubieten.

Edorasware und ti&m bieten Lösungen im BPM, Content, Multi-Channel und Security Bereich an - sowohl auf der Avaloq Software Exchange, als auch als gemeinsame Lösung. Letzteres eignet sich für Interessenten einer Kombination der Produkte von ti&m und Edorasware, oder als Ergänzung bestehender Produkte durch die des Partners.

Durch die Digitalisierung werden Prozesse, die heute noch papierbasierten sind, in Zukunft vollständig digital abgewickelt. Dies wird bei den Kunden die Erwartung nach schnelleren Durchlaufzeiten wecken - vielleicht sogar rund um die Uhr und an Wochenenden. Digitales Business erfordert orchestrierte Kundenbeziehungen über alle Kanäle und mit der Partnerschaft von Edorasware und ti&m können traditionell getrennte Front- und Backoffice Prozesse im Sinne eines durchgängigen Kundenerlebnisses gestaltet werden.

Die Entwicklungsteams der beiden Partner werden dank des Fortschritts bei den APIs und dem eingespielten agilen Vorgehen die für die Stakeholder (Kunden, Front- und Backoffice Sachbearbeiter, Produktverantwortlichen, usw.) wichtigsten Features priorisiert umsetzen und dank frühen Feedbacks laufend verbessern können.

DevOps als Werkzeug für die kontinuierliche Verbesserung von Geschäftsprozessen

Bei einem DevOps Ansatz können diese Verbesserungen laufend in der Produktion verfügbar gemacht werden. Experimente leben davon, dass Feedback schnell erfahrbar ist und dank kurzer Feedback-Zyklen ist es möglich, dass viel mehr Ideen und Vorschläge für kontinuierliche Verbesserungen vorgeschlagen werden können. Software Entwicklungszyklen, die ein bis zwei Jahre in Anspruch nehmen, erfordern hohe Planungs- und Konzeptionsaufwände. Diese können von den im Tagesgeschäft engagierten Betroffenen nicht geleistet werden, was zur Folge hat, dass dieses implizite Wissen der Praktiker nur schwierig zugänglich ist.


Stephan Sutter
Stephan Sutter

Stephan Sutter studierte an der HTL Elektro-Ingenieurwesen in Industrie-Elektronik und erwarb den Master of Science in Telematics (ICT) Management. Während 18 Jahren sammelte er in der Industrie Erfahrungen als Software-Entwickler (Multimedia, Telekom, Mechatronic), Projektleiter und IT-Verantwortlicher. Seit rund 10 Jahren ist er als IT-Architekt und seit 6 Jahren in der ICT-Management-Beratung bei Banken und Versicherungen tätig.

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