27. February 2019

Wie man mit dem Bau eines Marsrovers agiles, skaliertes Vorgehen lernt

Axpo Agile Workshop Lead Image

Wie man agiles Arbeiten auch spielerisch erlernen kann, haben wir bei der Axpo gezeigt. Wir bauten einen Marsrover mit agilen Methoden. Was gar nicht so einfach war, jedoch gut gemeistert wurde.

Am 22. Januar 2019 haben wir am internationalen Management-Meeting der Axpo-Gruppe einen Roboter-Bau-Workshop der besonderen Art organisiert und geleitet. Mit der Hilfe von Lego Mindstorm sollten die 120 Teilnehmer aus dem Kader der Firma in nur knapp 2 Stunden einen praktischen Einblick in skalierte Agilität gewinnen. Sie erlebten hautnah, wie sich das agile Arbeiten auswirkt.
Lego Mindstorm Bild

Komplexe Probleme lösen

Die Teilnehmer mussten mit dem Lego-Bausatz einen Marsrover bauen. Dabei gab es gleich mehrere Aufgaben zu lösen, wofür lediglich 4 Sprints zu je 20 Minuten zur Verfügung standen. Der Aufgabenkatalog:

  • Der Rover musste einen Parcours mit Hindernissen bewältigen
  • Die Teilnehmer mussten einen Anhänger für den Rover bauen, der ein Gewicht transportieren kann. Danach musste der Rover den Anhänger durch Hindernisparcours ziehen.
  • Es galt einen Parcours mit Kurven, einer Rampe, Brücke und Garage zu bauen.
  • Schliesslich mussten die Teilnehmer ein Programm schreiben, das den Rover sicher durch den Parcours steuert und anschliessend noch in die Garage einparkiert.

Neben den ohnehin schon ambitionierten Aufgaben, gab es noch die folgenden drei Herausforderungen zu bewältigen:

  1. Die Teilnehmer lernten mit Lego Mindstorm eine komplett neue Technologie kennen.
  2. Grosse und zufällig zusammengewürfelte Gruppen mussten unter Zeitdruck die Aufgaben lösen. Dazu wurden die Gruppen von 20 Personen in je 4 Teams unterteilt. Je 5 Personen kümmerten sich um die Programmierung, den Rampen- und Parcoursbau, den Marsrover selber und den Anhänger.
  3. Darüber hinaus gab es noch starke Abhängigkeiten zwischen den Teams.

Die Abhängigkeiten zeigen die folgenden Beispiele auf. Die Programmierer konnten nicht programmieren, weil die Motoren und der Programmierbaustein bei den Fahrzeugbauern in Benutzung waren. Die Parcours-Bauer wussten nicht, wie gross die Strassen und die Garage sein müssen, da das Fahrzeug noch nicht fertig war. Auch die Anhängerbauer wussten nicht, wie der Parcours schliesslich aussehen würde, usw.
 

Komplexe Ausgangslage, schnelle Lernprozesse

Die Teilnehmer mussten sich also zusammensetzen, die Abhängigkeiten diskutieren, Prioritäten setzen und einen Lösungsweg finden. Am Ende der 4 Sprints schufen die Teilnehmer überaus erstaunliche Ergebnisse. Jede der 6 Gruppen hatte die Aufgabe mehrheitlich erfüllt, wie die Videos der Ergebnisse unter Beweis stellen:

« Es hat Spass gemacht und die Lego Mars Challenge ist bei den Teilnehmern sehr gut angekommen. Es war ein voller Erfolg und ich habe nur positives Feedback erhalten. » Martine Graziano, Head Innovation, Axpo Holding AG. »
Martine Graziano, Head of Innovation, Axpo Holding AG

 

Für die Teilnehmer war es ein spannender und auch spassiger Nachmittag. Folgende Erkenntnisse nahmen sie mit auf den Weg:

  • Grosse Gruppen können dank Prinzipien der skalierten Agilität in kürzester Zeit zu effektiven und effizienten Teams werden, Höchstleistungen erbringen und gleichzeitig Spass haben.
  • Durch ständiges Lernen und Ausprobieren unterstützt der agile Ansatz den Umgang mit Unsicherheiten.
  • Rückblicke (Retrospectives) fördern Verbesserung der Prozesse und die Qualität der Zusammenarbeit.
  • Teamübergreifende, frühzeitige und regelmässige Integration/Interaktion sind unverzichtbar bei der Produktentwicklung.
  • Vorgegebene Zeitfenster (Sprints) unterstützen die Fokussierung und Synchronisation der Teams.
  • Und am wichtigsten: Kommunikation ist der Schlüssel zum Erfolg.

Der Workshop war für alle Teilnehmer ein grosser Erfolg, wie folgende Aussage von Martin Everts, Head of Strategy & Transformation bei der Axpo Holding AG,  zum Ausdruck bringt:

« Ich bedanke mich für die erfolgreiche Planung und Umsetzung des Events. Alle Teilnehmenden waren von der Lego Session begeistert. »


Patrik Kasper
Patrik Kasper

Patrik Kasper studierte Chemie an der ETH in Zürich und promoviert im Bereich Computational Chemistry an der Universiät Zürich. Er ist seit über 20 Jahren im Bereich IT tätig und arbeitete in verschiedenen Rollen wie Software Engineur, Projektleiter und Agile Coach. Er hatte in den letzten 15 Jahren diverse Führungsaufgaben und ist aktuell Head Agile Consulting & PM bei ti&m.

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