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Eine aktuelle Befragung von Schweizer Unternehmen und der öffentlichen Verwaltung zeigt erstmals ein umfassendes Bild des KI-Reifegrads über Branchen und Unternehmensgrössen hinweg. Mittels einer Online-Umfrage wurden die Unternehmen zu folgenden KI-Themenbereichen befragt: Strategie, Governance, Einsatz, Wertgenerierung, Risiken, Kompetenzen und Kultur. An der Studie haben sich rund 200 Unternehmen aus über 15 Branchen beteiligt. Mit 22 Prozent sind Bank- und Finanzdienstleister am stärksten vertreten, gefolgt von 14 Prozent öffentliche Verwaltung, 9 Prozent Technologie und 8 Prozent Versicherungen. Ein Viertel der Studienteilnehmer hat über 2’500 Beschäftigte, während KMU bis 500 Beschäftigte etwas mehr als die Hälfte der Teilnehmer ausmachen. Die Studienergebnisse zeigen, dass KI-Anwendungen heute vor allem in Bereichen mit vergleichsweise niedrigen technischen und organisatorischen Hürden eingesetzt werden. Dazu zählen insbesondere Marketing, Kommunikation und Kundenservice. Diese Anwendungen sind in der Regel einfach zu implementieren und mit überschaubaren Risiken verbunden, entsprechend werden sie häufig als Einstieg in die Nutzung von KI gewählt. Demgegenüber ist die Durchdringung in zentralen Wertschöpfungsbereichen wie Produktion, Logistik oder Finanzprozessen deutlich geringer. Hier erfordert der Einsatz von KI eine Integration in bestehende Systeme sowie eine Anpassung etablierter Prozesse, was mit höherer Komplexität verbunden ist.

«Der grösste Teil der Unternehmen nutzt KI heute primär zur Effizienzsteigerung. Echte Wachstumsimpulse bleiben selten.»

– Prof. Dr. Kurt Mäder

Effizienzsteigerung dominiert

Die Studie zeigt weiter, dass die aus KI-Anwendungen resultierenden Effekte derzeit primär in Effizienzgewinnen liegen. In einzelnen Prozessen können diese signifikant sein und bis zu 50 Prozent betragen. Demgegenüber sind direkte Beiträge zu Umsatzwachstum bislang selten zu beobachten. Der Einsatz von KI erfolgt damit überwiegend unterstützend und weniger transformativ. Ein Zusammenhang zwischen Investitionshöhe und erzielten Effizienzgewinnen ist erkennbar, wobei höhere Investitionen tendenziell mit grösseren Effekten einhergehen. Weniger überraschend ist die Erkenntnis, dass grosse Unternehmen (über 2’500 Beschäftigte) einen höheren Reifegrad als kleine und mittlere Unternehmen haben. Für KMU eröffnet sich damit aber auch eine Chance: Mit fokussierten Use Cases und klarer Priorisierung können sie schneller Wirkung erzielen als grosse Organisationen mit komplexeren Strukturen.

Steigende Investitionen bei gleichzeitigem Umsetzungsdefizit

Die Mehrheit der befragten Unternehmen investiert derzeit einen vergleichsweise kleinen Anteil ihres IT-Budgets in KI. Gleichzeitig planen rund drei Viertel der Unternehmen, diese Investitionen in den kommenden Jahren deutlich zu erhöhen. Diese Entwicklung deutet darauf hin, dass die strategische Relevanz von KI erkannt wird. Gleichzeitig zeigt die Studie, dass viele Unternehmen Schwierigkeiten haben, den Übergang von einzelnen Anwendungsfällen zur breiten produktiven Nutzung zu vollziehen. Ein Blick in die Zukunft zeigt, dass die Unternehmen in den kommenden drei bis fünf Jahren KI-Technologien über praktisch alle Geschäftsbereiche hinweg einsetzen möchten. Besonders stark ist der erwartete Anstieg von Use Cases in den Bereichen Controlling/ Finance, HR/Recruiting, Logistik und IT/Cybersecurity.

Empfehlungen für Unternehmen

  • Starten Sie klein, aber nicht planlos
  • Verankern Sie KI strategisch, bevor Skalierung erfolgt
  • Definieren Sie die Governance und managen Sie Risiken
  • Investieren Sie in Kompetenzen durch gezielte Weiterbildung
  • Nutzen Sie externe Partner, um Geschwindigkeit aufzubauen

«Viele Unternehmen unterschätzen ihr Potenzial»

Drei Fragen an Pascal Wild, Head Business Innovation & Development, ti&m

Viele Unternehmen experimentieren mit KI, investieren aber erst einen kleinen Teil ihres IT-Budgets. Wie schaffen sie trotzdem Wirkung?
Nicht die Budgethöhe entscheidet, sondern der Fokus. Unternehmen, die KI breit, aber ohne klares Ziel einsetzen, erzielen selten nachhaltigen Nutzen. Erfolgreiche Unternehmen konzentrieren sich auf wenige Use Cases mit klarem Business Impact, schaffen die nötige Daten- und Governance-Basis und integrieren KI konsequent in ihre Prozesse. Gerade bei generativer KI entscheidet zudem, ob Lösungen auf verlässliche interne Wissensquellen zugreifen und ihre Qualität systematisch gemessen wird. Andernfalls bleibt es bei guten Demonstrationen.

Wo sehen Sie aktuell die grösste Chance für Schweizer Unternehmen im Umgang mit KI?
Viele Unternehmen unterschätzen ihr eigenes Potenzial. Die Schweiz verfügt über starkes Domänenwissen, etablierte Prozesse und hohe Qualitätsstandards. Wenn dieses Know- how systematisch mit KI kombiniert wird, entstehen konkrete Wettbewerbsvorteile, etwa durch automatisierte Entscheidungen, KI- gestützte Kundeninteraktion oder effizientere Backoffice-Prozesse. Die grösste Chance liegt darin, dieses Wissen strukturiert nutzbar zu machen und gleichzeitig Vertrauen durch klare Governance und Compliance sicherzustellen.

Was sollten Unternehmen jetzt konkret tun? Und wie unterstützt ti&m dabei?
Jetzt zählt Geschwindigkeit. Der entscheidende Schritt ist, von Pilotprojekten in die produktive Umsetzung zu kommen. Viele Unternehmen haben getestet, aber nur wenige erzielen bereits echten Impact. Genau hier setzen wir an: Wir identifizieren priorisierte Use Cases mit klarem Business Value, stellen die nötige Daten-, Security- und Governance-Basis sicher und integrieren KI in den operativen Betrieb. Entscheidend ist dabei nicht die Technologie allein, sondern das Zusammenspiel von KI, Prozessen, Daten und Fachwissen. So entsteht nachhaltige Wirkung.

ti&m Special «Digitale Souveränität»

Der wirtschaftliche Weg aus dem Lock-in

Wie Unternehmen und Verwaltungen technologische Abhängigkeiten reduzieren, Kontrolle über Daten und Kosten zurückgewinnen und digitale Souveränität wirtschaftlich umsetzen