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Die rasante Entwicklung von Plattformen und Anwendungen der KI stellt Unternehmen vor strategische wie technologische Herausforderungen. Einerseits gilt KI als Schlüsseltechnologie für unternehmerische Innovation und Effizienz, andererseits drohen neue Abhängigkeiten durch proprietäre Technologien, zudem nicht absehbare Folgekosten sowie eine möglicherweise zu frühe Festlegung auf Lösungen und Standards, die schon bald wieder überholt sein könnten. Dies lässt nicht wenige Unternehmen bei KI-Investitionen zögern.

Eine Umfrage von Red Hat unter mehr als 100 Schweizer IT-Entscheidern und KI-Ingenieuren ergab, dass sich die grösste Gruppe (31 Prozent) noch in der Explorationsphase befindet. 27 Prozent gaben an, sich auf KI vorzubereiten, während 23 Prozent intern ein Bewusstsein für die Bedeutung von KI schaffen wollen. Erst 16 Prozent vermeldeten Erlöse aus ihren KI-Investitionen, nur drei Prozent gaben an, damit bereits Wertschöpfung für ihre Kunden zu erzielen. Die digitale Souveränität beim KI-Einsatz hatte für 77 Prozent der Befragten Priorität. «Enterprise Open Source» – offene Software speziell für Unternehmen – wurde als Schlüsseltechnologie identifiziert, um Führungskräfte auf ihrem Weg zur Wertschöpfung zu unterstützen.

Red Hat bietet in Zusammenarbeit mit ti&m einen Lösungsansatz an, der die Lücke zwischen der dynamischen KI-Innovation und den spezifischen Bedürfnissen und Möglichkeiten der hiesigen Unternehmen schliesst. Dabei sind globale Trends – vor allem das wachsende Bedürfnis nach digitaler Souveränität wegen der geopolitischen Verwerfungen – ebenso zu berücksichtigen wie die spezifischen Markt- und Compliance-Anforderungen der Schweiz. Die Spezialisierung von Red Hat auf Open-Source-Lösungen für die hybride Cloud bildet dabei eine vorteilhafte Basis, die durch eine konsequente Modularisierung auch der KI-Lösungen überschaubare, zielgerichtete Angebote erlaubt. Die Umsetzungskompetenz von ti&m ermöglicht Unternehmen, für sie passende Lösungen auszuwählen, nach Bedarf anzupassen und mitsamt der notwendigen Kontrolle und Flexibilität zu implementieren.

Open-Source-Modell auf den KI-Stack übertragen

Die Dominanz weniger proprietärer und zumeist ausländischer Anbieter im KI-Sektor führte nach einer Phase des fast spielerischen Ausprobierens auch bei den Schweizer Unternehmen zu Bedenken hinsichtlich Abhängigkeit, fehlender Transparenz und möglichem Kontrollverlust. Red Hat, 1993 gegründet und aus der Open-Source-Bewegung hervorgegangen, konnte dagegen seine Erfahrungen mit dem Open-Source-Modell für den Enterprise-Bedarf auf den KI-Stack übertragen. Es bietet insbesondere vier Vorteile, die Unternehmen dabei helfen, ihre digitale Souveränität zu stärken und Risiken zu mindern:

1. Die Möglichkeit, Modelle selbst zu hosten, zu betreiben und anzupassen, stellt sicher, dass sensible Daten inklusive Geschäftsgeheimnisse die eigene Infrastruktur und generell die Schweiz nicht verlassen müssen. Dies ist besonders relevant für stark regulierte Branchen.

2. Kompatibilität mit dem gewählten Modell inklusive offenen Modellen, die die eigene Überprüfung von Trainingsdaten, Architekturen und Algorithmen ermöglichen. Das ist eine Grundvoraussetzung für die Einhaltung ethischer Richtlinien, die Risikobewertung und die Erfüllung von Compliance-Anforderungen.

3. Offene Technologien fördern die kollaborative Entwicklung. Community-Projekte schaffen für Unternehmen die Werkzeuge, um Modelle mit eigenen Daten fein abzustimmen, was kürzere Innovationszyklen, eine höhere Relevanz und Genauigkeit ermöglicht.

4. Offene Architekturen bieten eine flexible Skalierung und helfen dabei, die vielfach unvorhersehbaren Betriebskosten proprietärer KI-Dienste zu begrenzen bzw. planbar zu budgetieren.

Offene, modulare Enterprise-Plattform Red Hat AI 3

Im Oktober 2025 erschien Red Hat AI 3, eine umfassende Weiterentwicklung der offenen Enterprise-AI-Plattform. Die Kombination des Red-Hat-AI-Produktportfolios (Red Hat Enterprise Linux AI, Red Hat OpenShift AI und Red Hat AI Inference Server) zu einer einheitlichen Umgebung ermöglicht es, KI-Anwendungen schneller vom Proof of Concept in die Produktion zu überführen und zu amortisieren. Sie basiert auf offenen Standards und unterstützt KI-Workloads über hybride Multi-Vendoren-Umgebungen, von eigenen Servern über Public Cloud bis zur Edge. Red Hat AI 3 unterstützt jedes Modell auf jedem KI-Beschleuniger.

Red Hat Enterprise Linux AI, die grundlegende Komponente, ist dabei eine optimierte, bootfähige Distribution der weltweit führenden Enterprise-Linux-Plattform. Sie bündelt alle notwendigen Komponenten für die Entwicklung, das Testen und den Betrieb von LLMs. Dazu gehören die Open- Source-lizenzierten «Granite Large Language Models» von IBM Research, die für Enterprise-Anwendungsfälle entwickelt wurden und eine vertrauenswürdige Basis darstellen. Das integrierte Open-Source-Projekt «InstructLab» erlaubt die einfache und kontinuierliche Verbesserung von Basismodellen, mit der auch Domain- und Fachexperten die Modelle mit ihrem spezifischen Wissen verfeinern und anpassen können.

Red Hat OpenShift AI, das Herzstück, ist darauf ausgelegt, den Lebenszyklus von MLOps (Machine Learning Operations) auf einer konsistenten und unternehmensfähigen Basis zu operationalisieren. KI-Workloads, die typischerweise hohe Anforderungen an Rechenleistung und Datenverfügbarkeit stellen, können nahtlos verschoben werden. OpenShift AI stellt sicher, dass die Entwicklungsumgebung der Data Scientists (Training) und die Produktionsumgebung (Red Hat AI Inference Server) identisch sind, was den Übergang von der Entwicklung zur Produktion erheblich beschleunigt. Red Hat AI 3 integriert zudem ein breites Ökosystem an Partner-Tools und Open-Source-Technologien, um den MLOps-Prozess von der Datenerfassung bis zur Modellüberwachung abzudecken.

«Unsere Zusammenarbeit mit ti&m ist besonders wertvoll für unsere Kunden in der Schweiz, weil sie die Open-Source-Plattformen von Red Hat mit tiefgreifender Branchenexpertise in direkt nutzbare, kundenspezifische Lösungen überführt, beispielsweise im besonders kritischen Finanzsektor. Dies steigert die Innovation sowie die hybriden Ansätze von Enterprise Open Source massgeblich.»

– Richard Zobrist, Country Manager Schweiz bei Red Hat

Strategische Begleitung bis zur Implementierung

ti&m bringt in dieser Zusammenarbeit seine Expertise in Red Hat OpenShift ein. Sie erlaubt künftig, gemeinsam mit Kunden eine KI-Strategie zu entwickeln, die ihren tatsächlichen Bedürfnissen entspricht. Die Rolle von ti&m beginnt dabei heute schon mit der strategischen Beratung und Begleitung: die Unterstützung bei der Definition von betrieblich relevanten Anwendungen und einer individuellen Roadmap für die Einführung von Apps. Beim Architekturdesign stehen gemeinsame Konzeption und Implementierung der Infrastruktur auf Basis von Red Hat OpenShift im Mittelpunkt, die den hohen Anforderungen an Datenschutz und Performance in der Schweiz genügt. Künftig liessen sich die betrieblichen Applikationen integrieren, konkret Open-Source-LLMs und dazugehörige Fine-Tuning-Tools. Mit der Kombination aus Red Hats führender Open- Source-Technologie und der Umsetzungskompetenz von ti&m erhalten Unternehmen die notwendige Kontrolle und Flexibilität, um KI-Innovationen sicherer, schneller und immer souverän voranzutreiben. Dies bietet einen Mehrwert für das heutige und zukünftige Geschäft, ohne dabei Kompromisse bei der digitalen Souveränität eingehen zu müssen. Ein Ausbau mit Red Hat AI 3 könnte für die Kunden von ti&m eine interessante Plattform-Alternative werden.

ti&m Special «KI und Open Source»

Warum KI und Open Source zusammengehören

Wie Open Source Organisationen langfristig Kontrolle über Technologie und Daten verschafft und gleichzeitig digitale Souveränität und Sicherheit in der KI-Nutzung stärkt.