31. März 2020

Ab in die Cloud – wie ti&m Helsana+ in die Cloud brachte

Helsana+ App

Das App-basierte Bonusprogramm Helsana+ belohnt gesundes Verhalten und Treue der Nutzer. Mit ti&m und der Cloud machte Helsana dieses fit für die Zukunft. Dazu haben wir das bestehende Back-end komplett neu als cloud-native Applikation geschrieben.

Helsana+ App: So einfach funktioniert die Helsana+ App

Mit dem Bonusprogramm Helsana+ werden Versicherte der Helsana ganzheitlich für einen gesunden Lebensstil und Treue belohnt. Mit Bewegung, Gesundheitsvorsorge oder Mitgliedschaften können sie Punkte sammeln. Die Punkte können sie sich bar auszahlen lassen, spenden oder in Partnerangebote investieren. Helsana+ nimmt damit in der Schweiz eine Vorreiterrolle ein, wenn es um die Entwicklung von innovativen Services geht. Die Helsana+ App zählt daher nicht ohne Grund zu den 10 erfolgreichsten Gesundheits-Apps in der Schweiz. 

Helsana+ steht auch für Nicht-Kunden der Helsana offen. Zusätzlich hat die Helsana zwei weitere Gesundheits-Apps (Helsana Coach und Helsana Trails), die mit Helsana+ verbunden werden können, um zusätzlich Punkte zu sammeln.

Helsana+ hatte Mitte 2018 mehr als 50'000 Nutzer und monatlich kamen 4'000 Neue hinzu. Was grosse Herausforderungen mit sich brachte.

 

Erfolg unterschätzt

Ursprünglich wurde das Back-end on-premise bei einem externen Dienstleister gehostest. Die Helsana ging dabei zunächst von einer Benutzerbasis von lediglich 10'000 Personen aus. Helsana+ wurde jedoch Opfer seines Erfolgs, denn die Nutzerzahl überstieg diesen Wert sehr schnell um das Doppelte und Dreifache. 

Für den Betrieb brachte dies erhebliche Nachteile mit sich. Unter anderem konnte das Back-end nur schlecht skalieren und dadurch litt die Stabilität. Daher kam es häufiger zu «zufälligen Fehlern» und unvorhersehbaren Unterbrüchen. Zudem erschwerte das als monolithischer Block designte Back-end die Entwicklung von neuen Features. Daher waren schon kleine Änderungen nur mit einem grossen Entwicklungs- und Zeitaufwand realisierbar. Gleichzeitig bestand bei jeder Änderung die Gefahr, dass die Applikation instabiler wird. 

 

Neuausrichtung notwendig

Daher entschied sich die Helsana, das Hosting grundlegend zu überdenken. Da sich die Helsana seit Juni 2018 eine «Cloud First Strategie» verordnet hat, sollte Helsana+ zu einem der Leuchtturmprojekte beim Weg der Versicherung in die Cloud werden. 

Mit der Cloud wollte die Helsana mehrere Ziele erreichen:

  • Lösung und Operations stabilisieren
  • Eine flexible und skalierbare Architektur schaffen
  • Nahtlose Integration der App in die Helsana-Infrastruktur
  • Schnellere Time-to-Market und eine bessere Customer Experience

Als Partner für die Umsetzung entschied sich die Helsana für ti&m. Wir konnten die Versicherung mit unserer Cloud-Expertise überzeugen und machten uns Mitte 2018 gemeinsam an das grosse Projekt. 

 

Zukunftsfähigkeit sichergestellt

Für die Helsana war es gleichzeitig ihr erstes cloud-native-Projekt, was Herausforderung und Vorteil zugleich war. Zusammen mit den Experten von ti&m konnte die Helsana alle nötigen Skills erwerben, um auch für künftige Cloud-Projekte dieser Grössenordnung gerüstet zu sein. 

Das Back-end entwickelten wir von Grund auf neu, um es für die Cloud zu optimieren. Wir gestalteten die Architektur so flexibel, dass sie auch für das weitere Wachstum und die Verarbeitung grosser Datenmengen vorbereitet war. Dazu trägt auch die event-driven Architektur bei, die wir als Major Design Pattern implementierten. Umgesetzt wurde das Projekt in der Azure-Cloud von Microsoft mit dem Azure Service Fabric. Seit dem 11. Februar 2020  sind wir damit live. 

 

Herausforderungen bewältigt

Der Weg in die Cloud war für Helsana+ die ideale Antwort auf das weiterhin starke Wachstum. Die Zahl der Nutzer verdoppelte sich im Projektzeitraum auf mehr als 120'000, von denen 50'000 Helsana+ jeden Monat mindestens einmal nutzen. Mehr als 1,1 Millionen Nachrichten und Events werden aktuell pro Tag verarbeitet. Mit der cloud-native Architektur sind solche Zugriffsraten leicht machbar. Das Potenzial liegt sogar noch deutlich höher.

Durch den Weg in die Cloud machten wir Helsana+ auch fit für die Zukunft. Deployments können jetzt live eingespielt werden ohne Downtime. Die Weiterentwicklungen, die Implementierung neuer Features ist dadurch deutlich einfacher und schneller. Auch das Skalieren ist nun kein Problem mehr. All diese Massnahmen haben das Ziel, zu einer besseren Kundenzufriedenheit zu führen. Auch wurde der Kunde mehr ins Zentrum gerückt. Der Schritt in die Cloud hat sich für die Helsana also mehr als ausgezahlt, alle gesteckten Ziele wurden erreicht. Zudem ist Helsana+ nun auch für die Herausforderungen der Zukunft gut gerüstet.


Daniel Killen
Daniel Killen

Daniel Killen ist Head Cloud Engineering bei ti&m. Die Cloud ist seine Leidenschaft. In seiner Freizeit springt er Fallschirm und liebt seinen Kaffee am Morgen. 

Christoph Grau
Christoph Grau

Christoph Grau ist seit September 2018 bei ti&m tätig und verantwortet die Medienarbeit. Davor arbeitete er mehr als vier Jahre als Redaktor und später als stellvertretender Chefredaktor bei einem grossen Schweizer IT-Fachmagazin. Er studierte Chinawissenschaften und Geschichte an der Freien Universität Berlin.