24. Januar 2020

Keine Angst vor AI

Thomas Wüst, CEO und Gründer ti&m

Nachdem die künstliche Intelligenz in den vergangenen 50 Jahren bereits zwei «AI-Winter» durchlebt hat, steht sie heute jünger, stärker und strahlender denn je wieder vor unserer Tür. Alexa, Siri und Co. tummeln sich bei uns im Wohnzimmer und wir werden täglich mit Analysen und Spekulationen darüber beglückt, wann denn nun die Maschinen die Weltherrschaft übernehmen.

Abseits des Hypes und der Hysterie ist jedoch die künstliche Intelligenz dabei, sich als mächtige und unverzichtbare Schlüsseltechnologie der Digitalisierung zu etablieren. Ob industrielle Netzplanung, Pharma Engineering, Portfoliomanagement, Betrugserkennung oder Health- und Disease-Management – in allen Bereichen werden AI-Methoden benutzt. Sie helfen die riesigen Datenmengen, die wir heute erzeugen, in Wissen und Erkenntnis zu verwandeln. Gemeinsam mit Cloud-Computing und Sicherheitstechnologien wird AI unsere Welt nachhaltig prägen. So sehr ich mich auf Lösungsansätze für unsere zentralen Herausforderungen freue, so sehr scheint es mir wichtig, dass wir uns rechtzeitig und proaktiv mit den ethischen Herausforderungen auseinandersetzen. Als Gesellschaft müssen wir einen «AI Code of Conduct» entwickeln, der unsere zentralen Werte bewahrt, aber andererseits auch vor drohender Überregulierung schützt. 

«Das Spannendste daran ist für mich als Informatik-Ingenieur das neue Paradigma, das AI schafft. Nicht mehr deterministisches Modelldenken, sondern iterative Lernkurven und ergebnisgetriebene Steuerung der Verfahren stehen im Mittelpunkt der Entwicklung von AI-basierten Lösungen.»

Das Potenzial der AI haben wir natürlich auch bei ti&m erkannt. In den letzten Jahren haben wir massiv Know-how aufgebaut, um als innovativer Dienstleister und Partner auch auf diesem Gebiet mit und für unsere Kunden die Zukunft zu gestalten. Und mit unseren Produkten haben wir gleich angefangen. Unsere ti&m channel suite versteht bereits die Sprachanweisungen der Benutzer. Gemeinsam mit unseren Kunden haben wir Machine Learning und Natural-Language-Processing-Techniken eingesetzt, um den Nachweis einer nachhaltigen Unternehmensführung aus umfangreichen Dokumentationen herauszulesen (S. 20 RobecoSAM) oder Röntgenbilder auf Krankheiten zu überprüfen (S. 25 Karieserkennung). In der ti&m «Trendstudie Banken» und der «Trendstudie Versicherungen» haben wir untersucht, welche Auswirkungen Technologien wie AI auf diese Branchen in der Zukunft haben werden (S. 27). All diese Erfahrungen haben wir in unser gesamtes Portfolio einfliessen lassen. Dadurch können wir das Potenzial von AI als integralen Bestandteil unserer Lösungen anbieten. Angefangen bei der ersten Beratung und Schulung über Design Thinking Workshops und «Garagen» bis hin zur Entwicklung und zum Betrieb von Lösungen. 

Das Spannendste daran ist für mich als Informatik-Ingenieur das neue Paradigma, das AI schafft. Nicht mehr deterministisches Modelldenken, sondern iterative Lernkurven und ergebnisgetriebene Steuerung der Verfahren stehen im Mittelpunkt der Entwicklung von AI-basierten Lösungen. Der letzte Schritt weg von tayloristisch geprägter Prozessoptimierung hin zu einer holistischen Betrachtung der Lösungen. Diese Denkweise passt hervorragend zu den agilen und ganzheitlichen Vorgehensweisen, wie wir sie in unseren Garagen- und Entwicklungsprojekten mit interdisziplinären Teams immer schon praktizieren. 

Ich lade Sie herzlich ein, uns auf dieser Reise in eine Welt zu begleiten, die unsere natürliche Intelligenz mit künstlichen Anteilen bereichert und – so bald zumindest – nicht beherrscht. Für dieses ti&m special konnten wir wieder ein breites Spektrum von profilierten Autoren aus unserem Kunden- und Partnerumfeld gewinnen, die uns von ihren Erfahrungen und Erfolgen auf dieser Reise berichten. Auch gesellschaftliche und politische Aspekte kommen dabei nicht zu kurz.

 

Viel Spass bei der Lektüre wünscht Ihnen

Thomas Wüst

 

Das ganze Heft hier downloaden.

 


Thomas Wüst
Thomas Wüst

Thomas Wüst hat Informatik an der ETH in Zürich studiert und ist seit über 30 Jahren in den Bereichen IT-Consulting und Software Engineering tätig. Anfang 2005 gründete er die ti&m AG und leitet seither das Unternehmen als CEO und Hauptaktionär. Ausserdem ist er Präsident des Verwaltungsrates der ti&m.

Weitere Blog-Beiträge

Sandra Marugg, Leiterin Unternehmensentwicklung, Bank CIC
«Die eLounge ist ein wichtiges Element in unserer Multi-Channel-Strategie»

E-Banking // Die Bank CIC hat sich für das modernste E-Banking der Schweiz von ti&m entschieden. Im Interview verrät Sandra Marugg, warum es mehr als nur ein reiner Transaktionskanal ist.

Mehr erfahren
Teppich
Omni-Channel-Banking oder Filiale als heiliger Gral?

Die Zukunft des Bankings liegt im Omni-Channel. Doch der Weg dahin ist gerade für kleinere Banken schwierig. Die Filialen haben darum nach wie vor ihre Berechtigung – wenn auch mit geänderten Voraussetzungen.

Mehr erfahren
Blog 2_Titelbild
«Die Verantwortlichen müssen die Funktionalitäten und Wirkungsweisen von AI-Technologien offenlegen, soweit diese auf die Privatsphäre einwirken»

Die AI-Technologie wirft unter datenschutzrecht­lichen Gesichtspunkten Fragen auf. Der Eidgenössische Datenschutz- und Öffentlichkeitsbeauftragte Adrian Lobsiger erklärt im Interview, worauf Firmen bei der Implementierung von AI-Technologien achten müssen.

Mehr erfahren
Karin_Mathys_lead
Die digitale Transformation verändert Verhalten und Erwartungen der Kunden

Nach und nach verlagern sich Teile der Customer Journey in den digitalen Kanal. Trotzdem bleibt die persönliche Beratung für den Kunden wichtig. Um die konkreten Erwartungen zu erfüllen, müssen Unternehmen bei der Gestaltung ihres Angebots die Kunden und ihre Bedürfnisse ins Zentrum stellen.

Mehr erfahren
Tap Tap Swipe
Tap, tap, tap, swipe. Kunde weg.

Digital Design // Im Kontext der Zeit: Neue Technologien erschaffen neue Use-Cases. Wie schaffen Sie es, die «unmet needs» Ihrer Kunden zu lösen?

Mehr erfahren