21. Oktober 2019

Wir wollen uns als führenden CAS im Bereich Digital Banking positionieren

Stefan Rueesch – Head of Digital Banking – ti&m

Unser Head Digital Banking, Stefan Rüesch, hat die fachliche Leitung des CAS Digital Banking an der Kalaidos Fachhochschule übernommen. Im Interview spricht er über die Ziele der Weiterbildung und welche Rolle ti&m dabei zukommt.

Du hast die fachliche Leitung des CAS Digital Banking Kalaidos Fachhochschule übernommen. Was ist das für eine Hochschule und Studiengang?

Kalaidos ist die einzige private Fachhochschule der Schweiz. Alle Elemente des Studiums sind darauf ausgerichtet, die Entwicklung der relevanten Schlüsselkompetenzen für den Erfolg der Studierenden im digitalen Zeitalter zu ermöglichen. Konzeptionelle Best-Practices werden mit konkretem Problemlösungs- und Umsetzungs-Know-how verzahnt - so wird auch ein direkter Mehrwert für die Praxis schon während des Studiums ermöglicht. Der von mir fachlich verantwortete CAS Digital Banking umfasst insgesamt 150 Stunden Selbststudium, 80 Stunden Präsenzunterricht und 145 Stunden entfallen auf die Nachbereitung und Abschluss beziehungsweise Transferarbeiten. Insgesamt sind es dann 15 ECTS. 

 

Wie bist du zu der Aufgabe gekommen?

Ich doziere schon seit ein paar Jahren an der Hochschule. Aufgrund meiner heutigen Rolle bei ti&m habe ich einen sehr genauen Einblick sowohl in die konzeptionellen Best Practices als auch in den Stand der Umsetzungsentwicklungen in der ganzen Bankbranche. Daraus ergab sich im Gespräch mit dem Institutsleiter des Schweizerischen Instituts für Finanzausbildung (SIF), Prof Dr. Bernhard Koye, die Idee, dass ich die fachliche Leitung übernehmen könnte. Der Lehr- und Forschungsschwerpunkt von Prof. Koye und dem SIF ist ja genau die Digitalisierung der Finanzbranche. Da passt mein Profil und die Ausrichtung von ti&m quasi ideal dazu.

 

Was sind die wesentlichen Inhalte der Weiterbildung?

Wir wollen den Teilnehmenden einen breiten Überblick über die Entwicklungen im Digital Banking bieten. Sie werden befähigt, alle notwendigen Einzelthemen für eine erfolgreiche Digitalisierung zu verstehen und diese auch im Gesamtkontext einordnen zu können. Es geht darum, einerseits die Schwierigkeiten aufzuzeigen, mit denen Banken aktuell konfrontiert sind. Andererseits ist das Kernziel dann, darauf aufbauend auch die Instrumente für die erfolgreiche Digitalisierung einer Bank zu vermitteln. Ausgehend von der strategischen Bedeutung, über die Technologie als Game Changer und das Innovationsmanagement als Kernelement der Veränderung leiten wir Handlungsmöglichkeiten für Schweizer Banken ab. Die Teilnehmenden trainieren durch den Blended-Learning-Ansatz und die moderne Prüfungskonzeption zudem die Fähigkeit, selbstständig analytisch Weiterentwicklungsoptionen abzuleiten. 

«Unser Ziel ist es, das Thema Digital Banking möglichst breit abzudecken.»

Kannst du ein Beispiel für Lehrinhalte nennen?

Die Bedeutung der prozessoralen und kulturellen Ebene beleuchten wir. Eine Frage ist etwa, was die Anforderungen an eine zukunftsfähige Kultur in Banken sind. Hierfür konnte ich z.B. Frau Prof. Dr. Andréa Belliger gewinnen. Wir schauen daneben auch, was die Veränderungen für die persönlichen Kompetenzen der Mitarbeiter bedeuten. Dr. Alexander Villiger, Head HR der Graubündner Kantonalbank, ist seit Jahren ein Treiber in der umsetzungsorientierten Adaption der neuesten Forschungsresultate auf diesem Gebiet. Alle Dozierenden sind in verantwortungsvollen Rollen bei Banken und bringen die Best Practices so ein, dass die konzeptionellen Themen auch praxisrelevant beleuchtet werden.

 

An welche Zielgruppe richtet sich das Angebot?

Zielgruppe sind Bankmitarbeitende, die einen Bezug zum digitalen Banking haben oder sich am Thema persönlich fit machen möchten. Sie verfügen bereits über relevante Kunden-, Management- oder Projekterfahrung in Banken.

 

Wann geht es los und wie läuft das Studium?

Wir starten am 21. November mit der ersten Gruppe. Der Kurs selber findet mit 2 Blöcken à drei und 2 Blöcken à 2 Tagen statt bis Ende Februar. Im März und April finden die Umsetzungsarbeiten und Schlusspräsentationen statt. 

«Die Crème de la Crème der Schweizer Bankenbranche wird bei uns dozieren.»

Welche weiteren hochkarätigen Dozenten konntest Du gewinnen?

Ohne Selbstlob kann ich sagen, dass wir die Crème de la Crème der Schweizer Bankenbranche an Bord haben. Dies ist zum Beispiel Manuel Kunzelmann von der BLKB, Michael Eisenrauch von der BKB, Sabine Kühling von der Schwyzer Kantonalbank, Falk Kohlmann von der St. Galler Kantonalbank, Claudio Gisler von der WIR Bank, Beatrice Sidler von der ZKB und noch viele andere. Auch von ti&m konnten wir einige Dozenten gewinnen. Neben mir dozieren noch Holger Rommel, unser Head Research and Digital Transformation, und Pascal Wyss, unser Head AI, über technische Aspekte. Hinzu kommt noch Mike Hofman, als ti&m Lead Consultant. Oliver Imhoff wird als Designer von ti&m über UX sprechen. 

 

Bist du zufrieden mit dem Programm?

Ja, sehr. Ich denke, wir haben da etwas sehr Gutes auf die Beine gestellt. Jetzt müssen wir Erfahrungen mit dem Programm sammeln und es für die nächste Durchführung optimieren.

 

Welche Rolle übernehmen die Gastdozenten?

An den Kurstagen haben wir zunächst am Vormittag einen theoretischen Block und am Nachmittag werden die Gastdozenten aus der Praxis berichten. In der Regel haben sie dazu zwei Stunden Zeit. Das ist für mich auch eines der wichtigsten Prinzipien, dass die Teilnehmer Input aus der Praxis bekommen.

 

Wie schaffst Du es, Deine Tätigkeit bei ti&m mit der Arbeit für den Studiengang unter einen Hut zu bekommen?

Ich mache dies im Rahmen meiner Tätigkeit bei ti&m. Sonst hätte ich es zusätzlich kaum stemmen können. Allein die Vorbereitung und Konzeption hat sehr viel Zeit in Anspruch genommen. Später werde ich auch noch einzelne Stunden leiten. ti&m hat auch ein Interesse, dass wir bei solch einem wichtigen Studiengang mit dabei sind und dass wir unser Know-how nach aussen tragen. Den ersten Tag des CAS werden wir auch hier verbringen. In Form eines Lab-Visits und eines Workshops in der ti&m garage.

 

Noch zum Abschluss. Welche langfristigen Ziele verfolgst du mit dem CAS?

Wir wollen uns als einer der führenden CAS im Bereich Digital Banking positionieren und die Kalaidos FH als eine der zentralen Bildungseinrichtungen im Digital Banking aufbauen. Dabei wollen wir vor allem mit praxisrelevanten Inhalten überzeugen und aufzeigen, was die zentralen Herausforderungen für die Banken aktuell sind. Wir gehen also mit einem grossen Praxisbezug an die Thematik heran und lassen dabei aber die grossen Entwicklungslinien im Digital Banking nicht ausser Acht. 


Christoph Grau
Christoph Grau

Christoph Grau ist seit September 2018 bei ti&m tätig und verantwortet die Medienarbeit. Davor arbeitete er mehr als vier Jahre als Redaktor und später als stellvertretender Chefredaktor bei einem grossen Schweizer IT-Fachmagazin. Er studierte Chinawissenschaften und Geschichte an der Freien Universität Berlin.

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