30. Januar 2020

«Ich schätze es, dass ti&m ganz selbstverständlich Auszeiten ermöglicht»

André Markwalder, Associate Principal Products Backend Eng.

Teamleader André Markwalder hat in seiner dreimonatigen Auszeit Neuseeland und Australien bereist. Im Interview berichtet er über seine Erfahrungen während der Reise und was er für seine Arbeit mitgenommen hat. Ausserdem spricht er darüber, wie ti&m ihm bei dem Unterfangen unterstützte.

André, Du bist jetzt seit knapp einem Monat wieder von Deiner Auszeit zurück. Hast Du Dich schon akklimatisiert?

André Markwalder: Ich habe mich so langsam an die Kälte und die Nässe hier in der Schweiz gewöhnt. Als wir kurz vor Weihnachten wieder in der Schweiz angekommen sind, war es schon ein grosser Temperaturschock, von 35 Grad in Perth auf fast 0 Grad in Kloten. 

 

Was waren Deine Highlights auf der grossen Tour zusammen mit Deiner Frau?

Von der Schweiz sind wir zuerst nach Neuseeland geflogen. Dort haben wir einen Camper gemietet und sind quer über die zwei Hauptinseln gefahren. Zu Beginn waren wir in der Region, die als Drehort für die Herr der Ringe Trilogie diente, was schon sehr eindrücklich war. In Wellington haben wir sogar eine Tour durch die Drehorte gemacht, um die einzelnen Sets genau anzuschauen. Sehr cool war auch Queenstown, wo man alle möglichen «Extremsportarten» machen kann, wie etwa Bungee-Jumping oder Fallschirmspringen.

 

Und Du hast natürlich alles gemacht?

Nein, natürlich nicht (lacht). Was wir gemacht haben war Jetboot fahren. Das war eine ganz coole Sache, so mit fast 90 km/h durch einen engen Canyon zu fahren, mit nur ein paar Zentimetern Abstand nach beiden Seiten.

 

Da braucht man schon sehr viel Vertrauen in den Fahrer.

Definitiv (lacht). Daneben haben wir auch noch sehr viele Wanderungen gemacht. Es gibt viel Nationalparks und sehr unterschiedliche Landschaften, auf sehr engem Raum. Es ist schon etwas wie das Appenzellerland, aber viel grüner, weil es ständig regnet. An einem Tag kann man alle vier Jahreszeiten erleben, man muss also gut ausgerüstet sein. Daneben haben wir uns auch noch Gletscher angesehen. Einer kam sogar bis zur Baumgrenze hinunter, was man sonst nirgends auf der Welt so sehen kann. 

Wie waren die Städte in Neuseeland so?

Im Vergleich zur Natur fand ich sie nicht so speziell. Da hat Australien mehr zu bieten. 

 

«Ich finde, eine solche Auszeit tut jedem mal gut. »

 

Stichwort Australien, das war eure nächste Station?

Ja, von Christchurch sind wir nach Melbourne geflogen. Dort waren wir ein paar Tage und sind dann auf die Insel Tasmanien. Die Insel hat eine wirklich beeindruckende Tierwelt. Vor allem auch der Tasmanische Teufel. Es ist das Säugetier mit dem stärksten Biss und bei einer Fütterung konnten wir beobachten, wie einfach er damit Knochen zermahlen kann. Das hört sich schon sehr speziell an (lacht). Nach Tasmanien sind wir die Great Ocean Road gefahren, vorbei an langen Ständen und beeindruckenden Küsten.

 

Und zum Surfen hat es Dich als ti&m surfer nicht gereizt?

Nein, das ist nicht mein Ding. Auch ist das Wasser schon sehr kalt. Surfer waren daher auch nur vereinzelt zu sehen. Von Adelaide sind wird dann nach Perth geflogen, ganz an die Westküste von Australien. Dort gibt es viele Weinanbaugebiete. Zudem haben wir uns dort auch noch Tropfsteinhöhlen angesehen, ein sehr beindruckendes Naturschauspiel.

 

Und von Perth seid ihr heimgeflogen?

Genau. Von Perth haben wir noch einen Zwischenstopp in Singapur gemacht. Aber dort ist es einfach nur heiss und schwül, überhaupt nicht mein Wetter. Wir haben die Stadt per Fuss erkundet und waren dann auch noch auf der Vergnügungsinsel Sentosa, wo man auch fast alles machen kann. Nach diesem kurzen Zwischenstopp ging es dann heim.

 

Du konntest Deine Reise nun etwas verdauen. Was kannst Du langfristig für Dich mitnehmen?

Ich finde, eine solche Auszeit tut jedem mal gut. Wirklich drei Monate nicht an die Arbeit denken und in den Tag hineinleben. Die Strukturen loslassen, die einem das ganze Arbeitsleben prägen ist sehr belebend. Bei lediglich 2-3 Wochen Ferien ist der Kopf bei mir immer noch etwas im Geschäft. Mit den drei Monaten konnte ich von Anfang an abschalten und die Zeit geniessen. Das war für mich schon eine einschneidende Erfahrung. Dies kann ich auch Mitarbeitern nur wärmstens empfehlen, um Energie zu tanken und motiviert zurückzukommen. 

 

Gab es auch Nachteile?

Geistig wird man natürlich nicht so stark gefordert. Dies habe ich gemerkt, als ich zurückgekommen bin. In der ersten Woche wurde ich schon sehr schnell müde. Meiner Frau ist es genauso gegangen und wir sind todmüde einfach nur ins Bett gefallen. Jetzt habe ich mich aber wieder daran gewöhnt.

 

«Man muss ehrlicherweise aber auch sagen, dass es nie den perfekten Zeitpunkt für Ferien gibt, ob lang oder kurz.»

 

Daher hast Du jetzt auch mehr Verständnis für Deine Teammitglieder?

Definitiv. Mir ist ein motivierter Mitarbeiter wichtig, der sich auch einmal eine Auszeit nehmen kann. Daher schätze ich auch, dass ti&m solche Auszeiten ermöglicht, was in der Schweiz so nicht selbstverständlich ist. 

 

Wieviel Arbeit ist es für Dich als Teamleader, wenn jemand so lange in die Ferien geht?

Es ist schon ein grosser Aufwand. Man muss ehrlicherweise aber auch sagen, dass es nie den perfekten Zeitpunkt für Ferien gibt, ob lang oder kurz. Es gibt immer irgendwelche Deadlines. Mit einer guten Planung lässt sich dieses Problem aber lösen. Ferien verschieben ist nie eine gute Lösung, sondern es gibt immer einen Weg es umzuorganisieren. Ich muss auch darauf schauen, dass meine Mitarbeitenden motiviert sind. 

 

Wie gross war der Aufwand für Dich, die Auszeit zu nehmen?

Ich habe die Planung für die Übergabe selber gemacht. Das bestand darin, Stellvertreter zu finden und die anstehende Arbeit frühzeitig zu verteilen. Zudem habe ich mit jedem Mitarbeiter noch ein Gespräch geführt, um sie abzuholen und zu informieren. Ich habe dabei auch mögliche Probleme aufgenommen, um diese vor meiner Auszeit zu adressieren und lösen. 

 

Wie lange war der Vorlauf für Dich?

Die Gespräche habe ich circa einen Monat vorher angefangen. Die Planung selber für die Reise haben wir schon ein Jahr zuvor gemacht. Dafür habe ich auch schon lange vorher mit meinem Vorgesetzten das Thema besprochen und bekam auch seine Unterstützung. Allgemein gab es von keiner Abteilung in der Firma Gegenwehr. Ganz anders war es etwa bei meiner Frau. Sie hatte bis einen Monat vor unserer Abreise noch kein offizielles Papier in der Hand. Bei ti&m war es viel schneller. Innerhalb von 3-4 Tagen hatte ich die Bestätigung vom HR.

 

Hast Du schon wieder einen Plan für die nächste Auszeit?

Wir haben schon noch ein paar Ziele, die wir bereisen möchten. Dafür bräuchten wir aber keine drei Monate. Der Yellowstone Nationalpark, Südafrika, oder auch Spitzbergen würden mich reizen. Hierfür sollte das normale Ferienkontingent aber ausreichend sein.


Christoph Grau
Christoph Grau

Christoph Grau ist seit September 2018 bei ti&m tätig und verantwortet die Medienarbeit. Davor arbeitete er mehr als vier Jahre als Redaktor und später als stellvertretender Chefredaktor bei einem grossen Schweizer IT-Fachmagazin. Er studierte Chinawissenschaften und Geschichte an der Freien Universität Berlin.

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